Am 31. Tag unserer Reise haben wir bewusst auf ein festes Programm verzichtet und stattdessen zwei kleinere Erkundungstouren unternommen. Von unterschiedlichen Ausgangspunkten aus sind wir jeweils zu Fuß durch verschiedene Viertel gezogen – eine entspannte Art, die Stadt noch einmal aus neuen Perspektiven kennenzulernen.
Unser erster Stopp war die Quddus Sahib Idgah Mosque im Stadtteil Benson Town. Die Moschee zählt zu den bedeutenden muslimischen Gebetsstätten im Norden Bangalores und ist besonders während religiöser Feste ein zentraler Versammlungsort. Benson Town selbst ist ein vergleichsweise ruhiges, historisch gewachsenes Viertel mit kolonialem Einfluss, schattigen Straßen und einer gemischten Bevölkerung – ein spürbarer Kontrast zu den hektischeren Teilen der Stadt.
Von dort aus sind wir zu Fuß weitergelaufen bis zum Russell Market, den wir bereits von unserem Besuch im letzten Jahr kannten. Der Markt wurde 1927 eröffnet und ist eines der ältesten Handelszentren der Stadt. Hier findet man eine beeindruckende Vielfalt an Obst, Gemüse, Fleisch und Gewürzen – ein lebendiger Ort, an dem sich der Alltag der Stadt besonders authentisch beobachten lässt.
Ein kurzer Abstecher führte uns anschließend zur St. Mary’s Basilica, einer der ältesten Kirchen Bangalores. Sie wurde im neugotischen Stil erbaut und ist ein wichtiger Wallfahrtsort, insbesondere während des jährlichen St. Mary’s Festes im September, das tausende Gläubige anzieht.
Später rundete ein Spaziergang durch Pottery Town unseren Tag ab. Dieses Viertel ist bekannt für seine traditionellen Töpferfamilien, die hier seit Generationen leben und arbeiten. Noch heute kann man entlang der Straßen beobachten, wie Tonwaren von Hand gefertigt und in einfachen Öfen gebrannt werden – ein selten gewordener Einblick in ein jahrhundertealtes Handwerk mitten in der Großstadt.